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Schwermetalleintrag

Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre in naturnahe waldfreie Ökosysteme
Stand: 11.03.2026

Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre in naturnahe waldfreie Ökosysteme als Index

  • Bedeutung

    Bedeutung - c6

    Schwermetalle werden vor allem mit Staubemissionen industrieller Prozesse, des Straßenverkehrs und insbesondere der Verbrennung fossiler Energieträger in die Umwelt freigesetzt. Auch Staubemissionen aus natürlichen Quellen (z.B. bodenbürtige Einträge) können zur Freisetzung beitragen. Sie sind meist an Aerosole gebunden und werden je nach Partikelgröße unterschiedlich weit vom Emissionsort weg transportiert und so auch großräumig verteilt. Sedimentation und Niederschläge führen zur Deposition der Metalle. Schwermetalle sind den persistenten Stoffen zuzurechnen. Diese sind widerstandsfähig gegen Abbauprozesse oder werden nicht oder nur sehr langsam aus den natürlichen Stoffkreisläufen ausgeschleust. Sie können sich in biotischen Matrizes anreichern, physiologische Prozesse stören und nachhaltig auf Ökosysteme wirken. Über die Nahrungskette können auch Risiken für die Gesundheit des Menschen entstehen. Dabei sind für bewirtschaftete Flächen ergänzend auch andere Eintragspfade (z.B. über Düngemittel) zu beachten. Der Indikator zeigt an, wie sich der Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre im Vergleich zum gewählten Referenzwert (gebildet aus dem Mittelwert der deutschlandweiten Erhebungen 2003-2007) im zeitlichen Trend entwickelt und gibt damit indirekt auch einen Hinweis auf die Veränderung der Emissionssituation insgesamt.

  • Methodik

    Methodik - c6

    Der Indikator zeigt die zeitliche Entwicklung der im Staubniederschlag (Bergerhoffverfahren) enthaltenen Schwermetalle. Für die Berechnung des Indikators werden die Ergebnisse von aktuell 49 Messstationen , die über die Gesamtfläche Deutschlands verteilt sind und von den jeweiligen Bundesländern betrieben werden, herangezogen. Die Daten werden an das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) gemeldet. Das LfU berechnet und stellt die Index-Werte für diesen Indikator für alle Bundesländer zentral bereit. Auf Grundlage der bisher vorliegenden Erhebungen und einer Auswahl der Elemente Arsen (As), Cadmium (Cd), Nickel (Ni) und Blei (Pb) kann der Indikator sehr gut für die Gesamtfläche Deutschland dargestellt werden. Eine Index-Berechnung für Länder mit Daten von mindestens drei Messstellen ist möglich. Nähere Ausführungen zum Messnetz, zur Auswahl der Schwermetalle, zur Wahl der räumlichen Bezugsfläche, zum Berechnungsverfahren und zur Datenaggregation können unter  „weiterführende Informationen“ heruntergeladen werden.

  • Länderspezifika und Ziele

    Länderspezifika und Ziele - C6

    Die 49 Messstationen, die in die Berechnung des Indikators für die Gesamtfläche Deutschlands eingehen, verteilen sich unterschiedlich auf die Länder. Der Umfang der derzeit untersuchten Schwermetalle differiert in den Ländern zwischen 4 und 22 Parametern (chem. Elementen). Die Messstationen, die bisher in die Berechnung eingingen, weisen im untersuchten Zeitraum (1999-2023) einen homogenen Mindestumfang des Elementspektrums auf (As, Cd, Ni, Pb). Für einzelne Bundesländer kann erst ab 2016 (SN, TH) bzw. 2023 (MV) der Indikator berechnet werden. Für Länder, die nur eine einzige Messstation gemeldet haben, kann derzeit kein Indikatorwert berechnet werden (SL). Die Bundesländer Berlin, Bremen und Hamburg verfügen über keine geeigneten Messstationen.

     DatenlageZielstellungen
    Baden-WürttembergZeitreihe von 2007-2014 mit drei Stationen; ab 2015 bis 2017 keine Indexwerte mehr berechenbar (wegen Umstrukturierung Landesmessnetz war nur eine Station vorhanden), 2018 bis 2023 wieder mit drei Stationen)Kein Ziel
    BayernZeitreihe von 1999-2024 mit sechs StationenUmweltbericht Bayern 2023:
    Die Schwermetalleinträge müssen gesenkt werden, vor allem im Hinblick auf eventuelle Kombinationswirkungen oder Langzeitwirkungen (Vorsorgegedanke).
    BerlinKeine geeignete Messstation vorhandenKeine Angabe
    BrandenburgZeitreihe von 2003-2024 mit drei StationenKein Ziel
    BremenKeine geeignete Messstation vorhandenKein Ziel
    HamburgKeine geeignete Messstation vorhandenKein Ziel
    HessenZeitreihe von 2005-2024 mit drei StationenKein Ziel
    Mecklenburg-VorpommernBis 2022 kein Index bei einer Station; aber Datenbeitrag für Bundesindex von 1999-2022; 2023-2024 erstmals Wert mit drei StationenKeine Angabe
    NiedersachsenZeitreihe von 1999-2024 mit sechs StationenKeine Angabe
    Nordrhein-WestfalenZeitreihe von 1986-2024 mit fünf StationenKein Ziel
    Rheinland-PfalzZeitreihe von 2012-2024 mit drei Stationen und Datenbeitrag für Bundesindex von 2007-2011 mit zwei StationenKein Ziel
    SaarlandKein Index bei einer Station aber Datenbeitrag für Bundesindex von 2000-2023Kein Ziel
    SachsenIndex ab 2015-2024 mit fünf Stationen und Datenbeitrag für Bundesindex von 2004 bis 2014Keine Angabe
    Sachsen-AnhaltIndex von 1999-2024 mit sechs StationenKein Ziel
    Schleswig-HolsteinZeitreihe von 1999-2022 mit drei StationenKein Ziel
    ThüringenDatenbeitrag zum Bundesindex von 2000-2003 mit einer Station, Index von 2004-2017 mit drei Stationen, 2018-2024 mit vier Stationen.Kein Ziel
    BundZeitreihe von 1999-2023, bis 2014 mit 38, ab 2015 mit 45, ab 2018 mit 47 und ab 2024 mit 49 Stationen  Genfer Luftreinhalteabkommen (2012):
    Emissionsminderungsmaßnahmen auf Basis des Standes der Technik

    Nationale Biodiversitätsstrategie (2007):
    Bis 2020 werden auf keiner Fläche die maximalen Belastungsgrenzen für Schwermetalle überschritten
  • Weiterentwicklung

    Weiterentwicklung - c6

    Um die Berechnungsmöglichkeiten für die Länderebene noch zu erweitern und zu verbessern sind schrittweise weitere Anpassungen zu verfolgen. Bei Bedarf werden hierfür Fachgespräche angesetzt.

    Optional können Länder, die bisher weniger als drei Stationen gemeldet haben, prüfen, ob Messstandorte der Landesmessnetze vom Typ „Freiflächen im Wald“ bzw. vom Typ „Städtischer Hintergrund“ und „Landwirtschaftlicher Hintergrund“ genutzt werden können.

    Es soll geprüft werden, ob der Indikator alternativ mit Daten von verkehrsbezogenen Messstationen berechnet und dargestellt werden kann. Hierzu könnten Bundesländer, die bisher keinen Beitrag zum Indikator auf Grund der abweichenden Standortcharakteristik der Messnetze leisten konnten ihre Daten auch einspeisen. Ziel wäre es hierbei, dass der Indikator für alle 16 Bundesländer berechnet werden könnte.

    Eine fortlaufende Erweiterung und Angleichung der Komponenten, die der aktuellen Immissionssituation (Kraftfahrzeuge als Emissionsquelle) stärker Rechnung tragen, eine weitere Vereinheitlichung von Verfahrensdetails sowie ein Streuungsabgleich sollen erfolgen. Zu prüfen ist auch, inwieweit eine zentrale Datenbank des UBA, das ebenfalls Daten zu Depositions- und Staubniederschlag veröffentlicht, genutzt werden kann.

  • Datenquellen

    Datenquelle - c6

    Die Berechnung erfolgt beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) aufgrund der von den Umweltämtern und -anstalten der Bundesländer erhobenen Daten an deren Messstationen.  

  • Ansprechpartner

    Wappen Bayern

    Merkel, Wolfgang

    LiKi-Vertreter
    Wolfgang  Merkel
    Bayerisches Landesamt für Umwelt
    LfU
    Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
    86179  Augsburg
    0821-9071-5504
    wolfgang.merkel@lfu.bayern.de
    https://www.lfu.bayern.de/index.htm

    Nittka, Joachim

    Fachansprechpartner
    Joachim  Nittka
    Bayerisches Landesamt für Umwelt
    LfU
    Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
    86179  Augsburg
    0821-9071-5288
    joachim.nittka@lfu.bayern.de
    https://www.lfu.bayern.de/index.htm

Weitere Informationen und verwandte Indikatoren

  • Daten C6 (Zeitreihe: Index)

      1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
    BW                 0,91 0,69 0,77 0,92 0,83 0,60 0,57 0,46       0,49 0,52 0,48 0,52 0,87 0,49  
    BY 0,98 0,99 0,71 0,64 0,50 0,35 0,42 0,31 0,38 0,40 0,35 0,24 0,21 0,29 0,44 0,35 0,35 0,28 0,33 0,41 0,39 0,36 0,43 0,59 0,40 0,48
    BE                                                    
    BB         1,36 1,81 1,72 1,55 2,15 1,03 1,46 1,85 1,17 1,12 0,68 0,65 1,52 0,57 0,51 0,76 0,49 0,68 0,60 0,65 0,80 0,76
    HB                                                    
    HH                                                    
    HE             1,10 0,47 0,57 1,05 0,54 0,62 1,06 0,86 1,09 0,62 0,54 0,54 0,78 1,15 0,69 1,06 0,63 0,60 0,61 0,56
    MV                                                 0,53 0,48
    NI 1,55 0,98 0,93 1,16 0,79 1,01 0,83 0,99 0,91 0,90 0,46 0,65 0,77 0,54 0,66 0,64 0,67 0,55 0,54 0,61 0,62 0,61 0,55 0,57 0,48 0,55
    NW 2,61 2,62 2,11 2,13 2,00 2,42 2,01 1,98 1,64 1,54 1,71 1,38 1,14 0,97 1,17 0,90 0,94 0,66 0,89 1,05 1,10 0,89 0,93 0,78 0,55 0,66
    RP                 1,12 1,07 1,28 1,27 0,93 0,87 0,96 0,64 0,70 0,69 0,51 0,71 0,51 0,64 0,76 0,69 0,73 0,66
    SL                                                    
    SN                                 0,76 1,11 1,47 1,22 0,79 0,90 0,86 0,94 0,87 1,10
    ST 1,50 1,47 1,38 1,93 2,30 1,44 0,86 0,72 0,93 0,60 1,27 0,66 0,54 0,55 0,64 0,60 0,66 0,68 0,60 0,70 0,50 0,55 0,55 0,57 0,52 0,55
    SH 1,32 1,36 1,45 1,24 1,42 1,35 1,23 1,25 1,11 0,83 0,64 0,65 0,73 0,68 0,74 0,70 0,70 0,59 0,65 0,58 0,66 0,56 0,57 0,65    
    TH           0,75 0,75 0,92 0,90 0,55 0,64 0,66 0,61 0,61 0,67 0,77 0,76 0,52 0,56 0,50 0,52 0,46 0,56 0,50 0,43 0,49
    DE 1,35 1,26 1,15 1,41 1,18 1,08 0,98 0,91 0,91 0,83 0,79 0,77 0,76 0,65 0,71 0,61 0,65 0,55 0,60 0,67 0,57 0,59 0,59 0,64 0,53 0,57
Indikatoren zu Umwelt und Gesundheit